Alien: Covenant (60%) – Kritik

Alien: Covenant (2017)

Für viele war Ridley Scotts Prometheus eine Katastrophe für das Alien Franchise. Nach 5 Jahren versucht Scott es nun ein weiteres Mal mit der mehr oder weniger direkten Fortsetzung Alien: Covenant, die die Brücke zwischen Prometheus – Dunkle Zeichen und Alien bilden soll.

Und tatsächlich fühlt der Film sich auch wie ein Hybrid aus beiden Streifen an. Wir haben die grandiose Optik und etwas skurrile Atmosphäre von Prometheus, gepaart mit dem dreckigen Überlebenskampf und der bedrückenden Enge aus den Alien-Filmen. Das ergibt auf den ersten Blick ein tolles Produkt, das sich wunderbar anschauen lässt. Man merkt allerdings schnell, dass die Macher sich hier möglichst schnell nach außen hin von Prometheus entfernen möchte. Es werden ein paar Logiklöcher geschlossen, die damals noch auftraten, ein paar Fragen werden beantwortet und schon wird eine neue Situation erschaffen, die stark an die alten Alien-Filme erinnert. Und tatsächlich geht das Ganze dann wieder in ein altbekanntes Schema über und die mysteriöse Atmosphäre verliert sich leider ein wenig. Vor allem die Spannung leidet da massiv drunter. Denn bis auf einen Charakter interessiert man sich absolut nicht für das Schicksal der vielen Menschen, man ist eher auf der Seite der Aliens. Allein Scotts philosophischer Ansatz bleibt unterschwellig den ganzen Film über bestehen.

Dass die Spannung sich so schnell verliert, hat außerdem noch einen ganz anderen massiven Grund. Denn während im 2012er Prometheus am Ende viel zu viele Fragen offen blieben, wird jetzt einfach viel zu viel erklärt. Das Alien-Mysterium wird gefühlt vollständig aufgedeckt und nimmt dem Zuschauer komplett den Grusel-Effekt und somit eben die Angst vor dem Unbekannten, unter anderem auch dadurch, dass wir das Alien fast immer komplett sehen. Auch sonst wird hier leider größtenteils auf Schock-Horror verzichtet, tatsächlich mutiert Covenant gegen Ende immer mehr zu einem Splatter-Film, was den alten Alien-Filmen dann eben auch nicht gerecht wird.

Und apropos Aliens, diese wurden diesmal größtenteils digital erstellt und das sieht man leider an einigen Stellen. Ansonsten ist Covenant aber ein absoluter Augenschmauß und in seinen Actionsequenzen extrem bildgewaltig.

Fazit:

Mir persönlich hat Prometheus 2012 sehr gefallen – ich mochte die Atmosphäre, die grandiose Optik und den philosophischen Charakter. Ich hätte mir eine Fortsetzung in der Art sehr gewünscht, gern natürlich mit einem R-Rating, aber mit weniger Pseudo-Horror. Die eigenartige Atmosphäre zeigt sich zwar zu Anfang noch, was vor allem auch am grandiosen Micheal Fassbender liegt, verweht aber leider irgendwann in der Mitte des Films. Zu viele Dinge werden sich zu einfach gemacht (vereinzelt treffen Leute wieder richtig dämliche Entscheidungen, damit die Handlung vorankommt). Die Crew ist zu egal, um dass ich mich drum sorge und das Alien ist diesmal einfach nicht gruselig. Ein sehr durchschnittliches Ergebnis.

Da die Trailer komplett auf Storyelemente verzichtet haben und ich den Film so viel mehr genießen konnte, beinhaltet diese Review ebenfalls keinerlei Storyelemte!

verfasst v. Bum

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © 2000-2017 20th Century Fox

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