Batman v Superman: Dawn of Justice – Kritik (35%)

Batman v Superman scheidet die Geister. In den USA wurde sogar schon eine Petition gestartet, in der man fordert, Zack Snyder von der Justice League fernzuhalten. Wie kommt das? Und vor allem – ist das berechtigt?

Dazu schauen wir uns als erstes die Handlung an, denn die ist in vielen Kritiken, sowie auch in meiner, die größte Schwäche des Films. Dabei müsste man meinen, bei dem Titel „Batman v Superman“ schon zu wissen, worum es geht… müsste man. Denn der epische Kampf bleibt aus. Stattdessen wird hier fast 90 Minuten mühsam versucht eine nachvollziehbare Motivation beider Parteien für einen Konflikt zu erschaffen. Der Grund für den Konflikt ist aber mindestens genau so albern, wie der Grund für den Frieden danach. Hier hat man einfach jeglichen gesunden Menschenverstand abgeschaltet und Handlungen geschrieben, die selbst für RTL-Nachmittagsprogramm schon dämlich sind. Aber da will ich nicht spoilern, da muss jeder selbst durch. Ach ja, und eine Frau mit Superkräften kommt vor, über die man im Film mal so gar nichts erfährt, nicht mal ihren Namen. Genau wie bei den Cameos anderer namenhafter DC-Helden.

Und Lex Luthor hätte ich auch fast vergessen. Macht aber eigentlich nichts, denn was der will weiß man irgendwie auch nicht. Er erschafft zwar den Endgegner des Films, Doomsday, aber wieso weshalb warum scheint er selbst nicht mal zu wissen.
Wer sich jetzt wundert warum ich die Handlung so abgehackt erzähle, dem sei gesagt, dass genau so auch der Film seine Handlung erzählt. Völlig zusammenhangslose Szenen, die wirr aneinander gereiht sind, zeigen zwar teilweise gute Ideen, die sich dann aber direkt wieder im Sande verlaufen und somit einfach keinen schlüssigen Film ergeben. Ich komme mir bei meiner Kritik hier genau so verwirrt vor, wie Snyder beim Erzählen seines Films.

Kommen wir zum nächsten großen Problem: Die Figuren. Ehrlich gesagt mag ich den neuen Batman von Ben Affleck und Henry Cavill als Mann aus Stahl ist auch top, aber Lex Luthor?! Was hat man sich denn dabei gedacht? Sein Overacting erinnert an einen Versuch, ein bisschen wie Heath Ledgers Joker zu sein. Verrückt, unberechenbar, eben ein richtig cooler cooler Bösewicht. War wohl nix. Denn ein Mann, der ein milliardenschweres Unternehmen führt, kann nicht wie der Joker sein. Lex Luthor ist ein berechnendes Genie, kein flippiger Teenager, der eigentlich gar nicht weiß was er tut. Das nächste Problem ist Wonder Woman. Zwar ist die Rolle sehr gut besetzt, aber die Figur an sich ist irgendwie völlig uninteressant. Auch ihre Motivation bleibt völlig außen vor und das obwohl sie sogar selber im Film sagt, sie habe sich vor 100 Jahren der Menschheit abgewandt. Und warum ist sie dann hier? Weiß keiner.

Und Doomsday… ohje. Der sieht aus wie ein Troll aus Herr der Ringe und kommt für einen so bedeutenden Kontrahenten viel zu kurz. Alfred könnte hier Bruce Waynes Schulfreund sein, weil er gefühlt höchstens 10 Jahre älter ist und warum man unbedingt Lois Lane in den Film packen musste, weiß ich auch nicht. Die anderen Helden werden kurz per Video und Traumsequenz gezeigt, um dann später zu sagen „Wooahhh guckt mal, unser DC Extended Universe ist auch voll so verknüpft, wie das MCU“. Lahm.

Das Problem ist einfach, dass man hier im DCEU versucht den Vorsprung von Marvel in einem Film aufzuholen und das funktioniert gar nicht. Marvel hat durch viele einzelne Filme die Charaktere vorgestellt und sie dann zusammen in einen Film geworfen. Und jeder Fan wusste woran er ist. Hier wirft man alle in einen Film und hofft auf das Verständnis und die Neugier der Fans, herauszufinden worum es geht. Weil die Macher das scheinbar schon selbst nicht mehr wissen. Ich kenne einen Großteil der Comics und weiß somit auch worum es in vielen Szenen geht. Aber für den Normalkinogänger ist das einfach zusammengewürfelter CGI-Salat, der keinerlei Zusammenhang und Logik aufweisen kann. Und er ist dabei auch noch unfreiwillig komisch. Immerhin ist ein Großteil der Action ganz cool, auch wenn der Schlusskampf eher an den Film 300 erinnert. Allgemein kommt die Action für einen fast 300 Mio $ Superheldenfilm hier viel zu kurz. 10-15% des Filmes haben gerademal was mit Action zu tun. Das ist gerade im Vergleich zu dem Action-Overkill in Man of Steel, den ich sogar sehr mochte, viel zu wenig.

Das Fazit kann man sich wohl denken. Ich bin leider wenig angetan. Die Frage ist nur, woran liegt das? Ich würde sagen an Drehbuch und Regisseur. Zwar gibt es durchaus gute Einfälle, diese werden aber meist nicht zu Ende gedacht und weichen dann weniger sinnvollen Szenen. Außerdem hätte man den Film locker um 45 min kürzen können, indem man Traumsequenzen, und Lois Lane einfach herausnimmt. Man hat hier zu viel gewollt, aber zu wenig gekonnt – Schade. Wir können nur hoffen, dass alle Beteiligten aus den Fehlern lernen und zukünftige Filme etwas mehr können als dieser hier.

Wertung: 35%

-> verfasst von „Bum

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