Black Panther – Kritik

Im Laufe der letzten 10 Jahre haben wir viele Helden kennengelernt, die das Marvel Cinematic Universe zu dem machen, was es heute ist – ein verwobenes Paradies für alle Superheldenfans! Viele haben ihn erst seit Captain America: Civil War auf den Schirm, denn dort trat er das erste Mal physisch auf: Black Panther. Doch die ersten Hinweise gab es schon 2010, in der After Credit Scene von Iron Man 2. Für Comic-Fans ist der König von Wakanda längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, doch wie schlägt sich der royale Superheld in seinem ersten Solofilm? Der Name Ryan Coogler (Creed) verspricht auf jeden Fall nur Gutes.

Die Ereignisse aus Civil War zwingen Wakanda dazu einen neuen König zu ernennen und wer kommt da eher in Frage als der Sohn des ehemaligen Königs – T’Challa (Chadwick Boseman). Soweit so gut. Doch mit T’Challa’s Herrschaft und dem Umgang mit Wakanda’s Ressourcen sind nicht alle gleichermaßen einverstanden. So ruft sich Killmonger (Micheal B. Jordan) auf den Plan, um selbst König von Wakanda zu werden und alles über den Haufen zu werfen.

Wir haben es hier mehr oder weniger mit einer Origin-Story zu tun, die sich durch die Ereignisse in Civil War allerdings perfekt in die Chronologie des MCU’s eingliedert. Umso ungewöhnlicher ist es dabei jedoch, dass dieser Film so erstaunlich wenig zur Gesamtstory beizutragen hat. Erst die Before/After Credit Szenen geben ein wenig Aufschluss darüber, was sich nun ändern könnte. Doch eben genau diese Unabhängigkeit vom Rest des filmischen Universums lässt sich Black Panther so anders anfühlen. Der Streifen kommt ohne das ganze Avengers-Bla-Bla aus. Zeitweise vergisst man sogar, dass es sich um einen Marvel-Film handelt. Zumindest solange, bis er plötzlich wieder mit irgendeinem völlig übertriebenen Comic-Hokus-Pokus daherkommt. Denn davon hat der Film nämlich genug. Während man in anderen Filmen im MCU wenigstens noch versucht, einige Dinge mit Wissenschaft oder Magie zu erklären, werden hier die seltsamsten Gadgets und Eigenschaften einfach so hingenommen oder als Wissenschaft getarnt. Natürlich ist dies immernoch eine Comicverfilmung, aber es fällt hier schon noch um einiges stärker auf, als in den anderen Marvel-Ablegern.

Was ebenfalls sehr stark auffällt, sind die teilweise etwas danebengegangenen Special-Effects. Vor allem die „Draußen“-Aufnahmen fallen sehr negativ ins Auge. Man sieht einfach sofort, dass die Welt um unsere Helden herum nicht echt ist und das reißt den Zuschauer schon sehr raus. Bei solch einem Budget wären ein paar echte Aufnahmen der afrikanischen Natur und Landschaften doch eigentlich nicht zu viel verlangt. Ebenso sind manche Actionsequenzen viel zu hektisch, was beispielsweise bei einer komplett schwarzen Figur in dunkleren Szenen nicht gerade von Vorteil ist. Auch hier sieht man ebenfalls in einigen Kampfszenen, dass die Figuren inklusive dem Panther nur animiert sind.

Ansonsten gibt es aber nicht viel Schlechtes zu sagen. Der Soundtrack ist teilweise sehr ungewöhnlich, gefällt jedoch sehr schnell. Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg gut, vor allem aber Andy Serkis als der irre Waffenhändler Ulysses Klaue und Danai Jekesai Gurira (The Walking Dead) mit ihrer absolut überzeugenden Physis als Okoye stechen heraus.

Darüber hinaus liefert Micheal B. Jordan als Killmonger einen der besten Schurken des MCU’s, dessen Motivation nicht einfach darin liegt, die Welt zu erobern, zu unterdrücken oder zu zerstören. Seine Beweggründe sind nachvollziehbar, wenn natürlich auch überzogen. Hoffen wir, dass er damit seinen Fehltritt mit Fantastic Four schnell vergessen kann… und wir ebenso.

Fazit: Black Panther ist mal wieder ein solider Comic-Spaß in einer völlig neuen Welt mit `nem Hauch König der Löwen Feeling, der nach der Marvel Komödie Thor 3 wieder etwas ernstere Töne einschlägt.

verfasst v. Philipp B.

Bildnachweis: © Disney © Disney•Pixar © & ™ Lucasfilm LTD © Marvel

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