Captain America: Civil War (90%) – Kritik

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Wie schon in den vergangenen Jahren, stehen auch in diesem Jahr die Superheldenfilme ganz hoch im Kurs, liegt es erst einige Wochen zurück, dass sich Batman mit Superman angelegt hat, geht der Schlagabtausch nun in die 2.Runde, wenn sich Steve Rogers mit Tony Stark anlegt. Mit Captain America: Civil War, gehen sich nicht nur die Helden untereinander an die Gurgel, ist der Film auch gleichzeitig der Start in die Phase 3 des Marvel-Universums, geht es nach diesem u.a. mit Doctor Strange, Guardians of the Galaxy Vol. 2, Thor: Ragnarok, Black Panther, bis hin zu Avengers: Infinity War Part 1 munter weiter. Ein Ende ist somit noch lange nicht in Sicht.

Wo sie nur helfen können und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten es verlangen, stehen die Avengers unter der Führung von Steve Rogers, weltweit der Menschheit zur Verfügung, doch das deren Einsatz auch mit so einigen Schäden verbunden ist, lässt sich leider nicht immer vermeiden, spaltet der letzte hingegen die Truppe. Bei einer Mission in Lagos gegen Crossbones, fallen die Kollateralschäden so hoch aus, dass sich die vereinten Nationen einschalten, um den Sokovia-Vertrag zu verabschieden, den es den Avengers untersagt, alleinige Entscheidungen zu treffen, sondern den Staaten unterstellt sind, was deren Einsatzgebiete angeht.

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Das natürlich nicht jeder im Team, allen voran Captain America für die Unterzeichnung des Vertrages ist, lässt sich nicht vermeiden, sieht das ein Tony Stark hingegen etwas anders und als dann auch noch Steves bester Freund Bucky Barnes, für einen Anschlag in Wien verantwortlich gemacht wird, verhärten sich die Fronten umso mehr. Cap macht sich auf den Weg Bucky ausfindig zu machen, kann und will er einfach nicht wahrhaben, dass er dafür verantwortlich ist, geht er dabei sogar soweit, sich gegen einige seiner Freunde zu stellen. Da wären wir auch schon bei einer der Fragen des Films angelangt nämlich, wie weit man für einen Freund gehen würde. Was ist man bereit dafür zu opfern? Ist Selbstjustiz und Gewalt immer der richtige Weg?

Die Geschichte von Civil War ist zwar eigentlich nicht schlecht erzählt, wer vor kurzem aber auch Batman V Superman gesehen hat, wird feststellen, dass diese im Grunde genommen, eine gewisse Ähnlichkeit aufweist, wenn man sie mit den Bösewichten und ihren Plänen vergleicht, wären das in diesem Fall Lex Luthor und Baron Zemo (Daniel Brühl). Da wurde die des zweiten Captain America Films, doch etwas besser rübergebracht, ohne näher ins Detail zu gehen, für all diejenigen, die ihn noch nicht gesehen haben.

Marvel's Captain America: Civil War L to R: Falcon/Sam Wilson (Anthony Mackie), Ant-Man/Scott Lang (Paul Rudd), Hawkeye/Clint Barton (Jeremy Renner), Captain America/Steve Rogers (Chris Evans), Scarlet Witch/Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen), and Winter Soldier/Bucky Barnes (Sebastian Stan) Photo Credit: Film Frame © Marvel 2016

Wie schon zuletzt in Captain America: Winter Soldier, fühlt sich auch dieser Film an einigen Stellen gar nicht wie ein typischer Superheldenfilm an, sondern eher wie ein politischer Thriller. Würde der Fokus nicht in erster Linie auf Captain America und Iron Man liegen, könne man meinen, es handelt sich sogar um einen Avengers 2.5, was wohl auch mit der Anzahl der einzelnen Superhelden zusammenhängt, wären dies u.a. Black Widow, Hawkeye, Iron Patriot, The Falkon, Vision, Scarlet Witch, aber auch Neuzugänge wie Black Panther und Spiderman.

Trotz dieses Aufgebots, schaffen es die Russo Brüder Joe und Anthony, einen gesunden Mittelweg einzuschlagen, ohne das man das Gefühl haben muss, der Zuschauer würde davon förmlich erschlagen werden, bekommt auch so ziemlich jeder von Ihnen die Zeit, die er brauch. Gerade bei den Neuzugängen in das MCU, wie der des Black Panthers (Chadwick Boseman), wurde dieser geschickt mit in die Geschichte eingebunden, kann er vorallem durch seinen katzenähnlichen Kampfstil überzeugen, dauert es allerdings für seinen Solo-Film noch bis 2018, darf man sich aber jetzt schon auf einen durchaus interessanten Superhelden freuen. Obwohl die Meinungen zu einem neuen Spiderman, diesmal gespielt von Tom Holland auseinandergehen, muss dennoch gesagt werden, dass der Wandkrabbler trotz seines eher kurzgehaltenen Auftritts für einige spaßige Auftritte sorgt, bevor auch dieser im kommenden Jahr sein neues Spinnen-Abenteuer erlebt. Es macht auf jeden Fall Spaß, ihn zwischen den anderen bekannten Helden in Aktion erleben zu dürfen.

Wer jetzt der Meinung ist, den Film ohne jegliche Vorkenntniss zu anderen Superheldenfilmen (in erster Linie natürlich Captain America und Iron Man) anschauen zu müssen, der sollte dies am besten nachholen, zumindest wäre es nicht verkehrt, um in einigen Momenten nicht mit einem Fragezeichen über dem Kopf im Kinosessel zu sitzen. Immerhin sollte genug Sitzfleisch mitgebracht werden, denn mit einer Laufzeit von 148 Minuten, fällt der Film alles andere als kurz aus, fühlt er sich aber keineswegs zu lang an.

Marvel's Captain America: Civil War L to R: Iron Man/Tony Stark (Robert Downey Jr.) and Steve Rogers/Captain America (Chris Evans) Photo Credit: Film Frame © Marvel 2016

Wie soll es anders sein, darf die Frage nach der Action ebenfalls nicht fehlen und hier wurde bis auf ein paar Kleinigkeiten das Beste herausgeholt, kann sich vorallem die Szene am Leipziger Flughafen mehr als sehen lassen, als Team Cap und Team IronMan aufeinandertreffen. Da geht einem einfach das Superheldenherz auf, auch wenn in diesem Film bis auf ein paar Kratzer, Schirfwunden und blauer Flecken, keiner der Figuren sonderlich viel Schaden nimmt, was abzusehen war. Einen Patzer hat man sich hingegen zum Teil beim Einsatz der Kameraführung und Schnitte geleistet, laufen diese nicht immer fließend ab, sondern leider etwas zu schnell und hektisch, was bei einer 3D-Aufführung alles andere als schön anzuschauen ist. Auch hier kann, bis auf ein paar vereinzelte Szenen, auf den 3D-Aufpreis verzichtet werden, obwohl die meisten Kinos mittlerweile verstärkt auf die Mehreinnahmen zählen.

FAZIT: Marvel hat es nach Winter Soldier erneut geschafft, einen Superheldenfilm auf die Beine zu stellen, der sich sehen lassen kann und man jetzt schon auf die Solo-Filme von Black Panther und Spiderman gespannt sein darf.

Captain America: Civil War (original title)

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © Disney © Disney•Pixar © & ™ Lucasfilm LTD © Marvel

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