Creed – Rockys Legacy (65%) – Kritik

Wer auf Boxerfilme steht, der kommt an der Rocky Reihe, die 1976 ihren Anfang nahm nicht vorbei. Bis heute hat diese nichts von ihrem Charme eingebüßt, darf sie außerdem in keiner guten Sammlung fehlen. Ganze 40 Jahre sind seitdem ins Land gezogen, schaffen es die Filme doch immer wieder aufs neue, Filmfans dazu zu bewegen, sie sich wieder und wieder anzuschauen.

Um den begnadeten Boxer Rocky „The Italian Stallion“ ist es ruhig geworden, hat sich dieser mit seinem eigenen Restaurant mehr oder weniger zur Ruhe gesetzt. Die guten alten Zeiten im Ring sind schon lange vorbei und haben beim einstigen Champion tiefe Spuren hinterlassen. Sein damaliger Gegner und gleichzeitig guter Freund Apollo Creed, der vor vielen Jahren bei einem Boxkampf sein Leben gelassen hatte, hinterließ einen Sohn, den jungen Adonis Johnson (Michael B. Jordan), der seinen Vater jedoch nie kennengelernt hat.

Doch auch für ihn, gibt es im Leben nur ein Ziel: eines Tages ebenfalls ein Champion im Ring zu sein. Um dieses Ziel jedoch zu erreichen, bedarf es der Hilfe eines erfahrenen Trainers. Hier kommt natürlich nur einer in Frage und zwar Rocky persönlich, möchte dieser nur nichts mehr mit dem Boxsport zu tun haben, stellt er aber sehr schnell fest, dass der Junge Potential hat und ihn keiner davon abbringen kann…

Mittlerweile zählt die Reihe ganze 6 Filme und obwohl nicht jeder davon auf ganzer Linie punkten kann, muss ganz klar gesagt werden, dass man es dennoch geschafft hat, mit Rocky Balboa einen würdigen Abschluss zu finden. Mehr davon, wäre auf jeden Fall der falsche Weg gewesen, sollte man wissen, wann es Zeit ist einen Schlussstrich zu ziehen.

Es gibt nichts schlimmeres als aus einem bereits bekannten Franchise noch mehr herauszuholen als nötig ist und das daraus gleich ein Spin-offs „Creed – Rocky’s Legacy“ entstehen würde, hätte nicht unbedingt sein müssen. Das daraus resultierende Ergebnis, kann sich am Ende mit einigen Abstrichen aber durchaus sehen lassen.

Der Regisseur Ryan Coogler versucht gar nicht erst, was gänzlich neues zu erzählen und das ist im Fall von „Creed – Rockys Legacy“ nicht unbedingt notwendig, denn sind wir mal ehrlich, gibt es mehr als genug Boxerfilme, die nach dem gleichen Muster-X aufgebaut sind. Da ist jemand, dem bisher nichts geschenkt wurde, der sein Leben mehr oder weniger selbst gemeistert hat, möchte aber mehr erreichen und kämpft verbissen dafür. Man hat mit Michael B. Jordan zwar nicht unbedingt den Schlechtesten Schauspieler für genau diese besagte Rolle gefunden, für meinen Geschmack wurde ich mit ihm nur leider nicht so ganz warm. Dies lag wohl u.a. an seiner eingebildeten und arroganten Art (auch wenn es wohl gewollt war), war die Sympathie für dessen Figur sehr schnell dahin. Er mag zwar vor allem optisch und körperlich gesehen  alles nötige mitbringen und versucht seinem Charakter die gewisse Note zu verleihen, gepackt hat mich dies nur leider überhaupt nicht, im Gegensatz zu Sylvester Stallone.

Dieser macht für mich einen Großteil des Films aus, auch wenn er dem Titel nach nur eine untergeordnete Rolle spielen mag und seine Boxhandschuhe dann doch lieber beiseite gelegt hat. Es ist eher die vom Leben gezeichnete, einsame und gebrechliche Figur, die trotz Niederschlägen und Verlusten geliebter Menschen auf der einen Seite nur noch seine innere Ruhe finden möchte, auf der anderen Seite wider rum noch genug Energie mitbringt, Creeds Nachfolger auf die richtige Spur zu bringen. Da ist es nicht verwunderlich, dass er für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert war, es nur leider nicht dafür gereicht hat, was ich ehrlich gesagt etwas schade finde.

Gut fallen und das sollte man für einen Boxerfilm auch erwarten können, die Szenen im Ring aus, die besonders dynamisch und spannend aufgebaut sind, auch wenn man eigentlich weiß, wie der Kampf ausgeht, hat das einen schon bei den Rocky Filmen alles andere als gestört.

Neben Jordan und besonders Stallone, schafft es aber so gut wie kaum jemand, seiner Rolle genug Leben einzuhauchen, fallen diese sehr blass aus. Da reißt es auch eine kleine Liebesgeschichte nicht mehr raus.

FAZIT: Wer ein Fable für Boxerfilme hat, macht mit Creed – Rockys Legacy nicht viel falsch, muss aber damit leben, dass viele Figuren nur Mittel zum Zweck sind und auch die Geschichte wenig neues bietet. Dafür sieht man Stallone in einer seiner bisher besten Rollen und alleine dafür lohnt sich schon der Film.

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

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