Deadpool 2 – Kritik


2016 gelang Ryan Reynolds unter der Regie ein Überraschungserfolg mit ihrem Herzensprojekt „Deadpool“. Der unkonventionelle Humor, und das R-Rating, gepaart mit Reynolds grandioser Darstellung ergaben die für viele beste Comic-Filmumsetzung überhaupt. Eine Fortsetzung war schnell beschlossene Sache und jetzt, 2 Jahre später, ist es soweit. Deadpool 2 startet in unseren Kinos, und verspricht Großes!

Auf eine Inhaltsangabe verzichten wir an dieser Stelle aus Spoilergründen. Aber soviel sei gesagt: Es geht um die Liebe, den Tod, die X-Force, Cable und einen kleinen dicken Jungen mit Aggressionsbewältigungsproblemen. Und um Peter.

Und die Story ist direkt das erste, was ins Auge sticht. Denn wie wir es in letzter Zeit schon des Öfteren erlebt haben, suggeriert der Trailer etwas völlig anderes, als das, was wir nachher auf der Leinwand zu Gesicht bekommen. Und das überzeugt. Dabei wird die Geschichte denkbar klein gehalten. Deadpool rettet nicht die Welt, rettet nicht einmal die Stadt, im Grunde rettet Deadpool sich nur selbst – und das ist absolut nachvollziehbar.

Doch um sich selbst zu retten und seine Interessen zu verfolgen, braucht er ein Team, und das hat es in sich. Unter den vielen im Trailer vorgestellten Figuren, ist es in erster Linie Domino, gespielt von der bezaubernden Zazie Beetz, die mit ihrer „Superkraft“, dem Glück, besticht, und für mit die größten Lacher sorgt. Und natürlich Pool selbst.. Wie auch schon in Teil 1, lässt sich hier nur wieder sagen: Reynolds spielt Deadpool nicht, Reynolds IST Deadpool!

Aber vor allem Widersacher Cable ist es, der den Film sehenswert macht. Sobald Josh Brolin die Bühne betritt, nimmt er sie komplett ein – dank seiner Physis, seiner tiefen Stimme und diesen Augen, die sagen: „Ich bring zur Not die ganze Welt um, wenn mich das an mein Ziel bringt!“ – Und das bezweifeln wir in keiner einzigen Sekunde. Cable katapultiert das Wort „Bad-Ass“ auf ein völlig neues Level!
Leider ist dieses charismatische Auftreten Cable’s ein kleines Problem für den Film, erst recht für Wade Wilson selbst. Denn neben dem sieht unser Pool ein wenig wie ein Pausenclown aus, der um jeden Preis nach Aufmerksamkeit ringt. Dabei hilft es wenig, wenn dann auch noch der ein oder andere Gag nicht zündet oder einfach etwas zu vorhersehbar ist. Man hat nach Verlassen des Kinosaals eher Lust auf einen weiteren Film von Cable, als noch einen von Deadpool.

Dass einige Gags nicht ganz so gut sitzen, ist aber im Gesamten kaum tragisch, denn die Gagdichte ist hier wesentlich höher und die Gags selbst wesentlich absurder als noch in Teil 1. Damit bleibt Deadpool 2 immer noch ein unglaublicher Spaß, was man aber vor allem auch Regisseur David Leitch zu verdanken hat. Dieser hat mit John Wick und Atomic Blonde schon bewiesen, dass er Action kann, und präsentiert uns das hier auf höchstem Niveau. Dabei fällt vor allem die Menge an praktischen Effekten positiv ins Auge, bei denen es der Kameramann sogar schafft, nicht mit seiner Kamera während der Choreografien zu jonglieren. Wir sehen also auch was von der Action. Hurra! Dafür gibt es CGI-technisch ein paar kleine Patzer, die aber irgendwie verzeihbar sind, vor allem weil der Film diese oft selbst nicht ernst nimmt.

Insgesamt fehlt Deadpool 2 natürlich der Überraschungseffekt, den der erste Teil mit sich brachte. Dafür legt Leitch’s Werk aber einfach in allen Belangen 2 Schippen drauf und lässt den ersten aussehen, wie einen Kindergeburtstag. Deadpool 2 ist größer, schneller, härter, lustiger und hat verdammt nochmal den …. – Ups jetzt hätte ich fast etwas zu viel verraten! Lasst euch überraschen!

Und für alle Kinogänger mit Hummeln im Hintern: Bleibt gefälligst bis zum Abspann sitzen. Dieser Film hat die beste Mid-Credit-Scene aller Zeiten!!

verfasst v. Bum

Bildnachweis: © 2018 Twentieth Century Fox