Jun 09 2017

Die Mumie – Kritik

Wer kennt sie nicht, die bekannten Filmmonster mit Kultstatus, sei es Frankenstein, Dracula, Wolfman oder eben die Mumie, welche zuletzt im Jahr 1999 von Stephen Sommers zum Leben erweckt wurde.

Nun soll letzteres abermals auf der großen Leinwand für Angst und Schrecken sorgen, nur eben nicht mit Brendan Fraser in der Hauptrolle sondern Tom Cruise. Doch diesmal möchte man weniger auf ein lustiges Sand-Abenteuer setzen, sondern wie Universal Pictures anstrebt auf das sog. Dark Universe. Wie der Name bereits verrät, soll alles ernster und düsterer aufgezogen werden, versehen mit einer Prise Horror.

Doch ob dieser Auftakt in besagtes Universum tatsächlich gelingt, oder man die Mumie lieber wieder ganz schnell unter die Erde befördert, erfährt man in den nächsten Minuten.

Die Geschichte ist auch hier ziemlich schnell erzählt, sollte Ahmanet gespielt von Sofia Boutella eigentlich die neue Herrscherin von ganz Ägypten werden, nur leider hat sie einen schwerwiegenden Fehler begangen, weshalb man sie bei lebendigen Leib mumifiziert und in ein tiefes Grab gesperrt hat. Es ist aber immer nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Grab ausfindig gemacht und sie aus ihrem Gefängnis befreit wird, denn genau das passiert dem Abenteurer Nick Morton (Tom Cruise), auf der Suche nach weiteren Schätzen, die er auf dem Schwarzmarkt zu Geld machen kann. Ihr Ziel ist es nun, den einstigen Plan zu Ende zu bringen und Seth, Herrn des Todes heraufzubeschwören, kommt ihr Nick dafür wie gerufen.

Ich muss vorab dazu sagen, dass mich die Trailer alles andere als vom Hocker gerissen haben, bin ich daher sehr verhalten ins Kino gegangen und habe meine Erwartungen dementsprechend heruntergeschraubt. Hinzu kommt, dass es meist kein gutes Zeichen ist, wenn es bis zum Kinostart noch keinerlei Kritik zum Film gibt, scheint das Studio wohl alles andere als zuversichtlich zu sein, dass die neue Monsterreihe nicht genügend Massen in die Kinos lockt.

Was meine größte Befürchtung war und das finde ich besonders bei Filmen, die eigentlich in das Genre Abenteuer fallen nicht sehr schön, wenn es auf ein pures Effektgewitter hinausläuft. Hier kann ich aber Entwarnung geben, denn diese werden doch sehr dezent eingesetzt, achtet man ansonsten sehr auf handgemachtes, was z.B. Special-Effekts oder Kulissen angeht, auch wenn man gegen Ende hin doch öfter in die CGI-Trickkiste greift, was sich für mich aber noch in Grenzen hält. Natürlich hat man vieles woanders schon zur Genüge gesehen und teilweise um einiges besser, aber dennoch wurde versucht, für genügend Abwechslung in die etwas kurz geratenen 107 Min. zu sorgen.

Womit das Studio anscheinend so seine Probleme hat und das merkt man dem Film einfach an ist die Tatsache, dass keiner so richtig weiß, was der Film überhaupt sein möchte. Ist es nun ein Actionfilm, Abenteuer oder doch Horror, mit etwas trockenen Humor? Wohl eher ein Mischmasch von allem, aber auf jeden Fall zu wenig Horror das ist sicher, zumindest ist der Look stimmig und die Atmosphäre passt.

Spätestens im Mittelteil wird deutlich, dass aus dem Stoff noch einiges mehr werden soll, wenn Nick auf Dr. Jekyll (Russell Crowe) und seine geheime Organisation trifft. Ich hätte auf jeden Fall alles andere als etwas dagegen, wenn in den kommenden Jahren noch das ein oder andere Filmchen folgt, um dieses Dark Universe weiter auszubauen, denn der Grundstein ist gesetzt, auch wenn noch viel Luft nach oben ist.

Wie macht sich jetzt eigentlich überhaupt ein Tom Cruise in einem solchen Film? Man kann ja über ihn als Person denken und halten was man möchte, aber als Schauspieler weiß er einfach zu überzeugen und das konnte er in der Vergangenheit schon desöfteren unter Beweis stellen. Es ist zwar ein bisschen ungewohnt, ihn in einem solchen Film zu sehen, aber als Fehlbesetzung würde ich ihn nicht einstufen, dann wohl eher noch seinen Side-Kick Jake Johnson, den man hätte komplett streichen können. Leider ist auch Annabelle Wallis in Ihrer Rolle etwas zu blass geraten und so richtig mag der Funke zwischen ihr und Jake im Film nicht so ganz überzuspringen, wirkt das fast etwas aufgesetzt, besonders gegen Ende hin. Sofia Boutella als weibliche Mumie, macht ihre Sache zwar ganz ordentlich, aber als sonderlich bedrohlich kam sie widerrum nicht rüber, gab es sogar ein paar Momente, bei denen ich mich gefragt habe, warum sie sich so verhält und ihre eigentlichen Stärken nicht ausspielt.

Was mich widerrum ein bisschen verwundert war die FSK Freigabe, die mit 12 für meinen Geschmack grenzwertig ist, was nicht heißt, dass viel Gewalt zum Einsatz kommt, ist es eher die allgemeine Aufmachung des Films, auch wenn die heutige Jugend inzwischen ganz anderes gewohnt ist.

Und wer überlegt ihn sich in 3D anzuschauen, sollte die Finger davon lassen, kommt hinzu, dass vieles schon sehr dunkel gehalten ist, macht es eine solche Brille auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

FAZIT: Wer ein Fan von Tom Cruise ist, auf das Genre steht und einfach nur mal gute 2 Std. unterhalten werden möchte, macht nicht viel falsch, sollte aber wenn möglich die 2D Fassung wählen. Für den Start in dieses Monster Dark-Universe, wäre an einigen Stellen sicherlich mehr drin gewesen und Luft nach oben ist allemal, aber der Anfang ist getan, sodass es am Schluss vielleicht für weitere Filme reicht.

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © 2017 Universal Pictures International

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