Apr 17 2017

Fast & Furious 8 (75%) – Kritik

Wer hätte dies für möglich gehalten, dass eine Filmreihe wie „Fast & Furious“, die 2001 ihren Anfang nahm, über die Jahre immer erfolgreicher werden würde und es am Schluss sogar ganze 10 Filme werden?

Universal Studios, die alle Teile produzieren, können sich auf jeden Fall mehr als glücklich schätzen, was die Einnahmen angeht, auch wenn man dazu sagen muss, dass die Filme von Teil zu Teil nicht mehr in erster Linie nur etwas mit Tuning insbesondere den Straßenrennen zu tun haben. Der bisher erfolgreichste Teil der Reihe, Fast and Furious 7 aus dem Jahr 2015, schaffte es weltweit auf überragende $ 1.5 Mrd., doch ob diesem Erfolg in erster Linie dem verstorbenen Paul Walker zu verdanken ist, sei mal dahingestellt. Ich für meinen Teil muss sagen, dass der letzte Teil eigentlich einen mehr als würdigen Abschluss der Reihe darstellt, wäre es nicht nötig gewesen, eine neue Trilogie ins Leben zu rufen, die im April 2021 ihr Ende nimmt.

Wer alle bisherigen Filme verfolgt hat, insbesondere ab dem 5.Teil, wird festgestellt haben, dass in Punkto übertriebener Action und dem ausklinken aller pysikalischen Gesetze, immer und immer wieder eine Schippe draufgesetzt wurde, weshalb man sich unweigerlich die Frage stellt, ob hier der Gipfel des Eisbergs nicht langsam erreicht wäre.

Doch was soll ich sagen, geht der Wahnsinn auch im neuesten High-Speed-Action-Streifen munter weiter, nur diesmal unter der Regie von F. Gary Gray (Extreme Rage, The Italien Job, Gesetz der Rache).

Die Geschichte hinter F&F 8 ist schnell erzählt, genießen Dom und Letty in Kuba ihre Flitterwochen, bis er die Bekanntschaft mit der geheimnisvollen Hackerin Cipher (Charlize Theron) macht, die es kurzerhand schafft, dass sich Dom von seiner geliebten Familie abwendet und fortan für sie arbeitet. Für den Rest der Familie heißt es nun mit Hilfe von Mr. Niemand (Kurt Russell) mehr über Cipher und deren Pläne herauszufinden und vorallem, was Dom dazu bewegt hat, die Seiten zu wechseln.

Mehr muss man eigentlich auch gar nicht wissen, denn wie schon in den letzten Filmen, fällt diese sehr dünn aus und das ist vollkommen in Ordnung, denn die wahren Fans schauen sich die Filme ganz bestimmt nicht wegen der Handlung an. Obwohl ich diesmal sogar sagen muss, dass man sich etwas mehr hat einfallen lassen, vorallem was den Wandel von Dom angeht, wird es zum Teil richtig emotional, was ich nach der Sichtung des Trailers nicht für möglich gehalten hätte.

Vorab sei mal wieder gesagt, dass es auch diesmal ganz darauf ankommt, mit welcher Erwartungshaltung man an den Film herangeht und wer die Reihe kennt, kann sich ausmalen was auf einen zukommt. Der Rest macht am besten einen Bogen um den Film, oder schraubt seine Erwartungen entsprechend herunter. In erster Linie soll er einfach nur Spaß machen und das schafft er für meinen Geschmack auf der ganzen Linie, auch wenn vieles was hier abgeliefert wird ziemlich dämlich ist, fangen wir von den erwähnten pysikalischen Gesetzen gar nicht erst an, denn wer sich hierüber Gedanken macht, ist definitiv im falschen Film.

Doch so blöde das alles sein mag, macht es auf der anderen Seite einen heiden Spaß und unterhält bestens, ist der 8.Teil vielleicht sogar der bisher lustigste der Reihe. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Film in Richtung Komödie abdriftet, er schafft es eher ein gesundes Mittelmaß zu finden und das klappt wunderbar. Dies hat man, wie soll es anders sein, dem tollen Cast zu verdanken, sei es Tyrese Gibson und Ludacris, die sich die Bälle nur so zuspielen, doch das Highlight sind ganz klar Dwayne Johnson, der sich mit Jason Statham einen Schlagabtausch und Wortgefecht liefert, bei dem kein Auge trocken bleibt. Wer hingegen leider etwas auf der Strecke bleibt, obwohl ich ihre Rolle alles andere als schlecht finde war Charlize Theron als Hackerin, die zwar in ihrer Kommandozentrale alle Fäden zieht, als ernstzunehmenden Gegner kann man sie dann aber doch nicht gerade bezeichnen. Ich würde es mir aber in den letzten beiden Filmen wünschen, dass die Crew so richtig ins schwitzen gerät, bin ich eh schon gespannt, wie das Finale ausfallen wird. Dann hätten wir noch Scott Eastwood als Agent Eric Reisner, den man komplett hätte streichen können, da er so gut wie kaum etwas zu tun hatte. Zu guter Letzt wäre da Helen Mirren zu erwähnen, die zwar nur einen Cameo-Auftritt hatte, der dafür umso amüsanter ausgefallen ist.

Wie sieht es jetzt aber mit der Action aus, die nun mal ein wichtiger Bestandteil darstellt? Nach dem 7.Teil dachte ich, dass es hier keine Steigerung mehr gibt, doch nach dem Kinobesuch bin ich mir sicher, dass selbst der 8.Teil noch getoppt werden kann und NEIN, möchte ich nicht wissen, was man sich hier als nächstes einfallen lässt. Man kann nicht anders als mit dem Kopf zu schütteln, welche extremen Ausmaße diese angenommen haben, ob nun die Sequenz in New-York, bei der es nicht anders geht, als hier in die Computer-Trickkiste zu greifen, oder das übertriebene Finale mit einem U-Boot. Dem Team rund um Regisseur F. Gary Gray, kann ja so einiges vorgeworfen werden, aber was die Actionszenen angeht, wurden diese gut eingefangen, sind sehr originell, cool inszeniert und toll anzuschauen. Hier lautet die Devise kurz und knapp, sein Hirn an der Kasse abzugeben, sich 136 Minuten zurückzulehnen und diesen durchgeknallten Action-Spaß zu genießen.

FAZIT: Man hätte es nicht für möglich gehalten, aber auch der 8.Teil setzt wieder eine ordentliche Schippe an Action, Sprüchen und Humor drauf. Wer genau auf sowas steht, kommt an diesem Film sowieso nicht vorbei und freut sich wahrscheinlich jetzt schon auf die letzten beiden Teile. Alle anderen sollten aber lieber 3x überlegen, sich diesen dämlichen aber überaus lustigen Action-Kracher zu geben oder in ein anderes Kinoticket zu investieren.

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © 2017 Universal Pictures International

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