Apr 24 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (75%) – Kritik

Ein selbsternannter Sternenlord, eine grüne Schwertkämpferin, ein kleingeistiger Haudrauf, ein schießwütiger sprechender Waschbär und eine tanzende Zimmerpflanze – richtig, die Guardians of the Galaxy sind zurück und begeben sich ein zweites Mal auf eine halsbrecherische Rettungsmission, um die gesamte Galaxie vor dem Untergang zu bewahren.

Mittlerweile sind Peter Quill aka Star-Lord (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Rocket (Bradley Cooper) und Groot (Vin Diesel) als die Guardians of the Galaxy im All etabliert und retten mehr oder weniger als Söldner einzelne Planeten oder Völker vor unterschiedlichen Gefahren. Bei einer Mission bauen sie jedoch ein klein wenig Mist und finden sich in einem Kampf gegen das soeben noch gerettete Volk wieder, bis sie von einem mysteriösen Raumschiff gerettet werden. Wer war das? Was möchte er von den Guardians? Und was hat Yondu mit all dem zu tun? – Das sind Fragen, die ich natürlich nicht hier beantworten werde, allerdings verrate ich euch, was ich von Guardians of the Galaxy Vol.2 halte.

Nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils und den überaus positiven Kritikerstimmen sind die Erwartungen an Regisseur James Gunn sehr hoch. Die gute Mischung aus Action, Ernsthaftigkeit, Humor und unverwechselbarem Soundtrack haben GotG für viele zu einem der besten Filme des MCUs gemacht. Eine Ausgewogenheit, die bei Vol.2 leider ein wenig verfehlt wird. Der Film ist zwar irre lustig, verpatzt aber genau dadurch gerne mal die ein oder andere emotionale oder epische Szene. An vielen Stellen versucht man einfach krampfhaft lustig zu sein und sich selbst zu beweihräuchern. Dadurch bleibt die Ernsthaftigkeit trotz einiger wirklich nachdenklicher und sogar philosophischer Momente größtenteils auf er Strecke. Die Action beschränkt sich darüber hinaus vollkommen auf CGI-Geballer zwischen Lebewesen oder Raumschiffen. Kampfchoreografien gibt es so gut wie keine, Gamora und Drax sind dieses Mal eigentlich nur verbal tätig, was allerdings auch dem Bösewicht geschuldet ist, der eher für ein Spin-Off geeignet wäre. Was ihn nicht schlecht macht, tatsächlich gehört er eher zu den besseren des MCUs, er will nur irgendwie nicht so reinpassen. Das einzige von den vier Aspekten, das noch perfekt dosiert ist, ist die Musik. Natürlich bleibt der Überraschungseffekt des ersten Teils aus, die Titel sind aber trotzdem toll und machen einfach gute Laune. Allerdings haben auch hier die Songs in Vol.1 ein wenig besser mit dem Film harmoniert und die Bilder mehr mit den Songs interagiert.

Was die Charaktere angeht, ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 allerdings ohne Frage eine große Bereicherung. Wir bekommen mehr von Yondu zu sehen, der übrigens absolut grandios von Micheal Rooker gespielt wird, Drax bekommt hier die besten (lustigsten und nachdenklichsten) Momente des gesamten Filmes und auch Rocket fährt zur Höchstform auf – und Baby Groot ist halt Baby Groot. Da bleiben Peter und Gamora sogar schon ein bisschen zurück. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an toller Cameos, überraschender Gastauftritte und irrwitziger Easter Eggs.

Was mich dann aber doch relativ schnell wirklich gravierend gestört hat, ist der übermäßige CGI-Einsatz. Klar, es sauschwer solch fremde Welten ohne den Gebrauch von Computern zu erstellen, allerdings spüre ich einfach zu oft, dass nichts um die Darsteller herum echt ist, und das ist einfach nicht gut für das Kinoerlebnis. Da muss aber jeder selbst wissen, wie sehr einen das stört.

Zu der Story selbst lässt sich nicht allzu viel spoilerfrei sagen, wobei sich meines Erachtens nach die erste Hälfte ein wenig konfus angefühlt, als wüsste man nicht so ganz wo man hinwill. Es wird viel Nebensächliches gezeigt, was die Geschichte nicht wirklich voranbringt, man hätte getrost eine halbe Stunde streichen können aus den schon beachtlichen 136 Minuten. Allerdings hat das nicht nur sein Schlechtes, denn 90% des veröffentlichten Trailermaterials stammt aus dieser ersten Hälfte, verrät also absolut nichts über die eigentliche Story, was ich hiermit auch nochmal lobend erwähnen möchte.
Zum 3D gibt es nicht viel zu sagen, es gibt ein paar nette Effekte, sonst recht unauffällig.

Fazit: Im Großen und Ganzen ist Guardians of the Galaxy Vol. 2 ein zufriedenstellender Film. Wer den ersten mochte, wird diesen wohl genauso mögen. Teil 1 ist besser, Teil 2 ist lustiger.

Aber im Endeffekt – WELCOME TO THE FREAKIN‘ GUARDIANS OF THE GALAXY!

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © Disney © Disney•Pixar © & ™ Lucasfilm LTD © Marvel

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