Logan (85%) – Kritik

Nach zwei eher ernüchternden Solo-Ablegern des X-Men Lieblings Wolverine, begibt sich der Antiheld nun auf sein letztes Abenteuer. Und die Trailer zumindest versprechen ein sehr düsteres und erwachsenes Ende. Kann der Film dieses Versprechen halten?

Logan lebt mittlerweile zurückgezogen mit Professor X nahe der mexikanischen Grenze und hält sich mit einem Chauffeur-Job über Wasser. Mittlerweile selbst vom Leben sichtlich gezeichnet spart Logan für ein Boot, auf dem er mit Charles Xavier seinen Lebensabend verbringen möchte. Ein letzter lukrativer Chauffeur-Job entpuppt sich als mehr, denn die kleine Laura hat besondere Fähigkeiten und scheint dringend Hilfe zu brauchen.

LOGAN hebt sich schon ab der ersten Minute deutlich vom Rest des X-Men Franchises ab. Wir sehen einen sichtlich gealterten, lebensmüden Wolverine, der nichts für Späße und die Welt mehr übrig hat. Der Ton des gesamten Films ist sehr düster, sehr deprimierend, sehr ernst. Charles hat mittlerweile Alzheimer und gelegentliche gefährliche Anfälle, die sich nur durch eine strenge Medikation eindämmen lassen. Niemand hat noch was zu lachen und wenn doch, dann wirft Regisseur James Mangold die Stimmung innerhalb von Sekunden wieder um, was vor allem auch dem R-Rating zu verdanken ist. Hierzulande mit einem FSK-16 versehen, ist die Brutalität das Herzstück des neuen X-Men Spinn-Offs. Endlich können wir wirklich sehen, was passiert, wenn Logan seine Klingen wetzt und das nicht zu knapp. LOGAN ist definitiv brutaler als ein John Wick Chapter 2 o.Ä., das FSK 16 sollte also keine Abschreckung sein.

Etwas, das Mangold im dritten Ableger ebenso besser gemacht hat, ist der nahezu komplette Verzicht auf offensichtliches CGI. Was vor allem in WEG DES KRIEGERS furchtbar aussah, hat man hier komplett gestrichen, was ebenso dem Grundton zugrunde liegt. Die viel ernstere Stimmung lässt einfach keinen quietschebunten CGI-Salat zu, welches gegen Ende des Streifens, als dann eben doch kleine Effekte computergeneriert sind, sofort negativ auffällt. Alles in allem ist die handwerkliche Darstellung der Effekte aber ein riesen Pluspunkt und ein sehr schöner Kontrast zum völlig damit überladenen X-Men Apocalypse im letzten Jahr.

Was sich sicher viele Fans noch fragen, ist inwiefern der Film, dem Comic OLD MAN LOGAN ähnelt. Natürlich möchte ich nicht spoilern, aber es sollte gesagt sein, dass der Comic vor allem mit seiner Grundstimmung als Vorlage diente. Es gibt natürlich noch einige weitere Referenzen, aber im Grunde ist nichts genauso wie im Comic. Man hat eine eigene Geschichte erschaffen, die zum Teil sehr liebevoll kreiert wurde. Laut Mangold selbst, hatte er hier alle Freiheiten und das spürt man. Der Film ist eine runde Sache und toll erzählt. Das R-Rating wurde wunderbar und einem Wolverine gerecht eingesetzt und ist auf jeden Fall ein Gewinn.

Comics scheinen allerdings nicht die einzige Inspiration gewesen zu sein. LOGAN erinnert in vielen Teilen stark an einen Western, weist außerdem meines Erachtens nach starke Parallelen zum PlayStation Hit THE LAST OF US auf, sowohl in der sehr destruktiven Stimmung, als auch in einigen Storyelementen. Wer als auf eine Verfilmung des Games wartet, ist mit LOGAN erst einmal ganz gut bedient.

FAZIT: James Mangold hat einen Film geschaffen, der sich komplett vom Rest des Franchises abhebt. Ein hervorragender Hugh Jackman ein letztes Mal in seiner Paraderolle – ein Genuss für Fans. Die über zwei Stunden Laufzeit sind für mich wie im Fluge vorbei gewesen. LOGAN macht so vieles richtig und katapultiert sich für mich an die Spitze des X-Men Franchises und in die Top 3 meiner liebsten Comicverfilmungen. Für Fans eine absolute Empfehlung, Wolverine ist grandios gealtert!!

Filmdaten/Quelle: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © 2017 Twentieth Century Fox

verfasst von „Bum“

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