Mad Max: Fury Road – Kritik

Starttermin 14. Mai 2015 (2 Std. 0 Min.)
Regie George Miller
Mit Tom Hardy, Charlize Theron, Zoë Kravitz mehr
Genre Action , Sci-Fi
Nationalität Australien , USA

Die Wüste, erfrischend wie noch nie!

35 Jahre ist es her, dass George Miller mit einem Mini-Budget den ersten Teil einer erfolgreichen Trilogie namens Mad Max auf die Leinwände brachte. Jetzt, 2015, ist es an der Zeit für eine Wiederbelebung der Reihe und ich verrate euch ob Millers Startschuss mit Mad Max: Fury Road damit gelungen oder gescheitert ist.

Die Handlung ist so einfach wie auch ausreichend. Max (Tom Hardy), der unglücklicherweise in die Gefangenschaft des Warlords Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) geriet und einem seiner „War Boys“ Nux (Nicholas Hoult) als lebendige Blutbank dient, findet sich in einem Konflikt zwischen dem weiblichen Imperator Furiosa (Charlize Theron) und eben diesem auch ihrem Warlord wieder. So unterstützt Max letztendlich Furiosa dabei, Joes kostbarsten Besitz, die „Brüter“, sprich seine jungen Frauen, in die Freiheit zu eskortieren.

Ich bin ehrlich, die Mad-Max-Filme standen lange auf meiner „Kultfilm-Nachholliste“ und als ich dies dann widmete, war ich nur bedingt begeistert – kann aber verstehen, dass viele Menschen diese Filme verehren. Anders geht es mir bei Fury Road. Ich habe diesen Film gesehen und hatte das Gefühl, dass George Miller hier endlich, dank eines 100-Mio-Dollar-Budgets, das umsetzen konnte, was er schon lange wollte. Dieser Film sprießt trotz seiner bemerkenswert dünnen Story nur so vor Kreativität. Der Sound ist der Wahnsinn, hauptsächlich die musikalische Untermalung. Wir sehen tolle Ideen für Sets, Landschaften, Charaktere und Kostüme und wir sehen vor allem das tolle filmische Handwerk. Die meisten Szenen sind echt und das sieht man, ich hielt ungefähr 8-10 mal im Film den Atem an, weil ich so gepackt wurde. Und dazu trägt auch nicht unwesentlich der tolle Cast bei. Neben Tom Hardy sind es vor allem Charlize Theron und Nicholas Hoult, die so authentisch wirken, dass man sich richtig in sie hineinversetzt. Allgemein geht es auch mehr um diese beiden, als um Mad Max himself. Aber das ist nicht schlimm, denn die packende Geschichte um Furiosa und die Frauen gibt Max erst den Anstoß, aus seinem sich selbst zerfressenden Wahnsinn wieder herauszukommen und ich bin mir sicher, dass die nächsten beiden Streifen uns mehr Max bieten werden. Dennoch, einige Stellen, an denen er hätte glänzen können, wird er gar nicht erst gezeigt und das ist schade. Auch ist der feministische und zugleich sexistische Hintergrund ganz spannend, doch irgendwie kaufe ich den sich auf der Flucht befindenen Frauen die Opferrolle nicht wirklich ab. Man hat hier bewusst auf dünne Models zurückgegriffen, um sie schwächer darstehen zu lassen und trotzdem lassen sie teilweise so selbstbewusste Sprüche los, dass ich mich frage, warum sie sich nicht gleich einfach selber durchkämpfen. Auch reden sie vereinzelt so sexistisch und zweideutig, dass ich mich schon fast schäme. Aber es ist nunmal Männerkino und da gehören sexy Mädels, viel Action und bedeutungslose coole Sprüche dazu. Außerdem meckere ich da schon auf sehr hohem Niveau. Aber der Film hat trotz des hoch gelobten Handwerks auch ein paar kleine technische Schwächen. So sehen beispielsweise ein paar CGI-Effekte unglaubwürdig aus und in manchen Szenen wurde auffällig mit Zeitraffer gearbeitet, um gewisse Action rasanter aussehen zu lassen. Das erinnert mich dann schon eher an die ersten Mad-Max-Streifen und das soll nicht als Kompliment verstanden werden. Auch ein paar Schnittpatzer wurden sich meiner Meinung nach erlaubt.

Als letzten Mangel möchte ich noch auf die 3D-Version eingehen, denn diese ist in den meisten Kinos ausschließlich zu sehen. Natürlich ist das ein absoluter Kino-Kinofilm, aber leider kein 3D-Kinofilm. Er hätte auch super als 2D-Vorführung funktioniert, schade also, dass man sich in vielen Kinos gar nicht entscheiden durfte. Das kann ich aber natürlich nicht dem Film selbst zum Vorwurf machen.

Fazit: Diese paar Kritikpunkte fallen dem Gesamtergebnis aber kaum ins Gewicht, denn Mad Max: Fury Road ist ein nahezu perfekter Action-Streifen geworden, der jeden Cent des Tickets wert ist. Herrlich wahnsinnig und verrückt! Spaß pur!

Wertung: 90%

verfasst von – Bum

Quelle/Filmdaten: http://www.filmstarts.de/

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