MEG – Kritik

Seit mittlerweile 15 Jahren warten Fans blutrünstiger Killerhaie gespannt auf eine Adaption des Romans „MEG“ vom Autor Steve Alten. Nun ist es endlich soweit und ein waschechter Star hat sich dem Projekt angeschlossen. „Transporter“-Star Jason Statham hat sich der Kinoversion der Geschichte angeschlossen und geht auf Haijagd. Ich selbst habe zwar keinen Bezug zum Roman und bin schon aufgrund der eher mittelmäßigen Kritiken mit einer sehr geringen Erwartungshaltung ins Kino gegangen, kann mich aber als Haifilmfan bezeichnen. „Sharknado“ und Co. sind zwar nicht so ganz mein Fall, dennoch habe ich mich auf „MEG“ gefreut – nicht zuletzt dank Jason Statham.

Doch schafft es MEG überhaupt, an Filmklassiker wie „Der weiße Hai“ und „Deep Blue Sea“ oder moderne Genrevertreter wie „The Shallows“ heranzukommen oder hat er dafür nicht genügend Biss?

Die meisten Haifilme haben in Punkto Handlung nicht gerade einen Orden verdient. Und das ist in der Regel auch gar kein Problem, sofern die „niederen Gelüste“ der Horrorfans befriedigt werden. Doch – man ahnt es schon – im Falle von „MEG“ hapert es leider an einigen Ecken, was besonders daher verärgert, weil viele der Schwächen problemlos vermeidbar gewesen wären.

Auf „Mana One“, der teuersten und fortschrittlichsten Tiefseestation vor der Küste von Shanghai, möchte man die Tiefen des Meeres erforschen, besser gesagt den angeblich tiefsten Punkt der Erde, dem Mariannengraben. Doch schon bei der ersten Expedition in diese Tiefen wird ein U-Boot von einem prähistorischen Riesenhai (dem sog. Megalodon) angegriffen und dabei stark beschädigt. Viel Zeit bleibt nicht, und um die 3 Forscher zu retten wird für diese Jonas Taylor (Jason Statham) engagiert, der schon vor einigen Jahren selbst die Erfahrung mit dieser Kreatur gemacht hat. Eigentlich hatte er sich geschworen, nach diesem Erlebnis, nie wieder abzutauchen…

Alleine beim Filmtitel könnte man meinen, dass der Hai im Fordergrund steht, doch weit gefehlt: Wie im Ultraklassiker „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg taucht das Tier für einen Film der 120 Minuten geht nur äußerst selten auf. Während Spielberg einst diesen Mangel an Haiaction aber mit spannenden Charakteren und fesselnden Pattsituationen würzte, kann „MEG“ erst dann so richtig Fahrt aufnehmen, wenn es in Richtung Finale geht und der Hai wirklich im Bild ist. Das ist deshalb so schade, weil der Film zuvor zu viel Zeit mit uninteressanten Dialogen und abgeschmackten Subplots verbringt. Diese Zeit hätte man sinnvoller nutzen können, indem man den Fokus vielleicht mehr auf das Monster und die Jagd nach diesem legt, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, als stünde nicht der Megalodon im Zentrum, sondern Jason Statham, der mit seiner gewohnt coolen Art mal wieder überzeugen kann. Das mag zwar albern klingen, aber würde der Schauspieler nicht den Großteil des Films einnehmen, wäre der Actionfilm mit hoher Wahrscheinlichkeit baden gegangen und das soll schon was heißen. Wer somit also von vornherein ein Problem mit Statham hat, der wird womöglich einen Bogen um den Film machen.

Was den restlichen Cast angeht, fällt höchstens noch die chinesische Darstellerin Li Bingbing positiv auf. Sonderlich gewichtig ist ihre Rolle leider nicht, und es bleibt offensichtlich, dass sie nur für den chinesischen Markt überhaupt integriert wurde. Dennoch macht sie ihre Sache handwerklich ordentlich. Alle anderen Schauspieler sind nicht der Rede wert, und der ein oder andere schwächelt so enorm, dass ihr eventuelles Ableben einen wahnsinnig kaltlässt und keine Sekunde lang beschäftigt.

Einen Horrorfilm darf man auch nicht erwarten. „MEG“ ist von Anfang an als Actionfilm anzusehen, was ich auch etwas schade finde, ebenso die Tatsache, dass er mit einer sehr handzahmen Jugendfreigabe (FSK ab 12) daherkommt. Natürlich muss es bei einem Haifilm nicht immer sonderlich blutig ablaufen, aber was hier abgeliefert wird, ist erstaunlich mau, wenn man bedenkt, dass „MEG“ eigentlich wesentlich härter ausgefallen wäre. Das wird in einigen Szenen sehr deutlich, dass hier wichtige Bestandteile der Schere zum Opfer gefallen sind.

Neben diesen ganzen Kritikpunkten hat die Romanadaption aber auch durchaus ihre Momente.

Wie bereits erwähnt, schafft es alleine Statham durch seine Coolness, den Film über Wasser zu halten, und die heute erforderlichen Trickeffekte sind, bis auf ein paar Ausnahmen besonders bei der Unterwasserstation sehr gelungen. Beachtlich vor allem, wie gut der titelgebende Hai gestaltet wurde. Warum einige der Meinung sind, der Film sei sehr langweilig und spannungsarm kann ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen. Neben den netten Effectshots kitzelt die Regie durchaus Spannung aus einigen Situationen und sogar das 3D lohnt sich ausnahmsweise mal. Für Eventgucker also ein okayes Erlebenis, auch wenn „MEG“ im Heimkino später sicher deutlich weniger gut funktionieren wird.

FAZIT: „MEG“ ist bei weitem nicht der beste Haifilm und an die großen Klassiker kommt er schon gar nicht erst heran. Wer allerdings mit der richtigen Erwartungshaltung herangeht, die niedrige FSK-Freigabe berücksichtigt und noch ein Fan von Statham ist, der wird sicherlich gut unterhalten.