Pacific Rim: Uprising – Kritik

Als im Juli 2013 Guillermo del Toros „Pacific Rim“ in unsere Kinos kam, erwarteten viele eigentlich nur einen weiteren Maschinen-Prügler a la Transformers. Und in der Tat, Del Toros SciFi-Blockbuster war nicht perfekt, überzeugte aber viele mit seiner Atmosphäre und den vielen Guillermo-typischen, kreativen Ideen, die er mit sich brachte. Allerdings schien vielen wiederum diese etwas unkonventionelle Art nicht zu gefallen und Pacific Rim spielte sein Budget plus Promokosten gerade so wieder ein. Um so mehr überraschte es, dass Universal und Legendary einen zweiten Teil ankündigten. Die Fans freute es, zumindest bis Guillermo del Toro als Regisseur abspring. Erste Trailer zeigten eine deutliche Auslegung auf den asiatischen Markt – ein kompletter Imagewechsel wurde vollzogen. Ist der von Steven S. DeKnight inszenierte „Pacific Rim: Uprising“ damit überhaupt noch sehenswert?

Da die Trailer im Grunde überhaupt nichts über die Story verraten (was ich sehr begrüße), werde ich ebenfalls darauf verzichten, es sei nur eins gesagt – die Art der Weitererzählung ist durchaus plausibel und absolut nicht das Problem des Films.


Direkt zu Beginn erleben wir einen kleinen Monolog der Hauptfigur Jake Pentecost, in dem er quasi alles ganz grob zusammenfasst, was wir im ersten Teil erlebt haben. Man spürt an mehreren Stellen des Films, dass es im Grunde egal ist, ob man den Vorgänger gesehen hat, Uprising erklärt uns an jeder noch so unpassenden Stelle sämtliche Zusammenhänge, die erforderlich sind – Fanservice gleich null.
Man möchte sich vor allem durch den Imagewechsel ein wenig vom ersten Teil loslösen, macht dabei aber durchgehend die gleichen Fehler und schmeißt sogar neue gleich mit dazu. So sind die Charaktere mal wieder dünn wie Zeitungspapier, da helfen auch keine pseudo-tiefsinnigen Dialoge zwischen den Figuren, in denen sie erzählen, wie schwer sie es in ihrer Vergangenheit hatten. Wo wir auch schon beim nächsten Thema sind: Die Dialoge. Man möchte sich gar nicht vorstellen, dass für das Verfassen dieser „Sätze“ jemand bezahlt ernsthaft bezahlt wurde. Sätze wie „Glaub mir, es ist eine Bürde so sexy zu sein wie ich“ ohne jeglichen Zusammenhang sind da nur die Spitze des Eisberges. Die One-Liner sorgten an mehreren Stellen für Gänsehaut, nur bei weitem nicht im positiven Sinne.


Darüberhinaus kommt Uprising komplett ohne den Charme seines Vorgängers daher und ist auch sonst absolut unkreativ und uninspirierend. Nachdem das dritte Mal ein Jaeger durch Hochhäuser gepfeffert wird, fängt es an zäh zu werden. Und da hat man erst 25 Minuten der knapp 2 Stunden hinter sich. Wem das aber ausreicht um unterhalten zu werden, der darf sich freuen. Denn tatsächlich sehen die Schlachten und sonstigen Visual Effects verdammt gut aus und spielen definitiv in der gleichen Liga wie Transformers und Co. Hinzu kommt, dass man die kleine Wendung in der Handlung nicht unbedingt kommen sieht, sie einem dann aber doch recht logisch erscheint.


FAZIT
: Am Ende ist Pacific Rim: Uprising aber bloß eine völlig belanglose Fortsetzung mit völlig belanglosen Charakteren (bis auf Cailee Spaeny vielleicht), einem belanglosen Score, belanglosen Dialogen und brauchbaren Effekten. Wem das reicht, der erlebt eine durchaus sehenswerte „Monster vs Maschinen“-Prügelei. Für alle anderen eignet der Streifen sich allerhöchstens als Trinkspiel: Bei jedem cringy One-Liner muss ein Shot getrunken werden, dann weiß man von dem Film auch gleich am nächsten Tag nichts mehr. Mist! Hätte ich die Idee mal vorher gehabt!

verfasst v. Bum

Bildnachweis: © 2018 Universal Pictures International

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/