SOLO: A Star Wars Story – Kritik

Viel wurde im Vorfeld spekuliert, diskutiert, kritisiert. SOLO war augenscheinlich auf dem besten Wege eine vollkommende Katastrophe zu werden. Egal ob es um den Regiewechsel, den damit verbundenen Neudrehs, oder dem Hauptdarsteller selbst ging – der Film stand von Anfang an in keinem guten Licht. Zeigen sich diese Probleme schlussendlich im fertigen Film?

Kurz gesagt: Nein!

Vielleicht musste Ron Howard sogar 80% neu drehen, vielleicht hat Alden Ehrenreich wirklich den Schauspielcoach gebraucht. Es spielt keine Rolle, denn es hat dem Film am Ende gutgetan. Es ist keine zusammengeschusterte Schnittkatastrophe aus zwei Visionen geworden, a la Justice League, wie es sich viele Hater gewünscht haben. Disney hat das Geld in die Hand genommen und Howard seine Vision verwirklichen lassen.

Im Grunde stimmt hier alles – von den Darstellern, über die Story, bis hin zur Musik, ohne dass irgendetwas davon negativ heraussticht. Dafür stechen vor allem Woody Harrelson als Beckett und Donald Glover als Lando Calrissian positiv heraus. Der Film ist trotz seiner 135 Minuten sehr kurzweilig und hangelt sich von einer Actionsequenz zur nächsten und fährt dabei mit absoluten State-of-the-Art Special-Effects auf. Da fragt man sich wirklich, warum MARVEL-Produktionen teilweise so sehr nach Green-Screen-Kostümpartys aussehen und es bei Star Wars mit einer Leichtigkeit geschafft wird, das größte CGI-Geballer so echt aussehen zu lassen.

Die Gags sind tatsächlich rarer gestreut als man es vielleicht vorher vermutet hätte, machen aber zwischendurch wirklich Spaß. Vor allem die Chemie zwischen Han und Chewie stimmt zweifelsfrei.

Aber was ist mit dem Hauptdarsteller? Ja nun… Das ist so eine Sache. Mir persönlich hat er gefallen, doch das wird definitiv nicht jedem so gehen. Zweifelsohne kommt ein Ehrenreich nicht wirklich an das Charisma eines Harrison Fords heran, aber man muss ihm eine Chance geben. Denn im Grunde kann er nichts dafür, dass er nicht Ford ist. Niemand ist Harrison Ford außer Harrison Ford. Und darauf muss man sich einlassen. Es geht hier um eine Figur, nicht um einen Darsteller und differenziert man dort, muss man eingestehen, dass Ehrenreich nicht die schlechteste Wahl ist. Er hat ohne Frage eine sehr einnehmende Leinwandpräsenz und das Zeug zu `nem ganz großen zu werden.

Das Problem besteht eher inhaltlich. Denn die Entwicklung, die er über die Filme gemacht hat, die wir kennen, hat er hier gefühlt schon hinter sich. Man vermisst hier etwas den egoistischen Schmuggler, der sich erst nach und nach zum Rebellen entwickelt. Natürlich lässt sich ein ganzer Film mit einem selbstsüchtigen Protagonisten nur schwer umsetzen, aber ein bisschen Han Solo „Solo-Denken“ hätte doch nicht geschadet. Darüberhinaus gibt es ein paar Szenen, die vorsichtig gesagt, ein bisschen „kurios“ sind, aber das ist eher Geschmackssache, genau wie der Humor der Droidenfigur L3-37 [leet], der schon recht speziell ist.

FAZIT: Im Großen und Ganzen hat mir SOLO: A STAR WARS STORY sehr gut gefallen, über einige Kleinigkeiten kann man durchaus hinwegsehen. Der Film macht eine Menge Spaß, ist rasant, sieht gut aus und hält die ein oder andere große Überraschung bereit. Und dem Ende nach zu urteilen, spekuliert man bei Disney durchaus auf einen zweiten Teil, über den ich mich auf jeden Fall freuen würde!

verfasst v. Bum

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