Nov 29 2017

Spiderman: Homecoming – Heimkinokritik

Da ist sie wieder, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, nur nicht mehr von Andrew Garfield („The Amazing Spider-Man“) verkörpert. Dieses Mal darf stattdessen der britische Schauspieler Tom Holland zeigen, was in ihm steckt. Einen kleinen Vorgeschmack haben wir von ihm ja bereits in „The First Avenger: Civil War“ bekommen, egal ob wir einen weiteren Spider-Man unbedingt brauchen oder nicht (was durchaus umstritten war und ist). Ich für meinen Teil hatte auf jeden Fall Spaß bei der Sichtung der „Spiderman: Homecoming“ Blu-ray. Die Zusammenarbeit zwischen Marvel und Sony war definitv eine gute Idee und wer weiß, wie es die kommenden Jahre weitergeht. Vielleicht dürfen wir uns über weitere Helden freuen, denen es aufgrund der Rechte bisher verwehrt wurde.

Wie genau sieht die Welt für unseren Spidey nach seinem kurzen Abenteuer mit den Avengers aus? Darf er sich auf weitere Einsätze einstellen oder muss er sich vorerst mit kleineren Problemchen zufriedengeben?

Schnell hat ihn das normale Teenagerleben wieder eingeholt. Nachdem der junge Peter Parker (Tom Holland) mit vollem Körpereinsatz den Avengers unter die Arme greifen durfte, muss er nun wieder die Schulbank drücken. Nach dem Aufeinandertreffen mit Captain America, Iron Man, Ant-Man, Black Widow & Co. ist nichts mehr wie es war. Nun wartet er sehnlichst darauf, dass ihn Tony Stark (Robert Downey Jr.) für einen weiteren Auftrag rekrutiert. Doch weder er noch Happy Hogan (Jon Favreau) scheinen dafür sonderlich viel Zeit zu haben, egal wie oft er auch versucht, einen der beiden telefonisch zu kontaktieren. So bleibt ihm wohl nichts anders übrig, als selbst auf Räuberjagd zu gehen. Schnell wird er dabei auch fündig: Ein paar Ganoven mit Avengersmasken bestückt versuchen, eine Bank auszurauben und ballern bei ihrem Beutezug mit ganz besonders ausgeklügelten Waffen um sich. Hinter dieser Bande steckt der überaus gerissene Geschäftemacher Adrian Toomes (Michael Keaton), der die hochtechnisierten Waffen, welche er aus der Technik der Chitauri aus „The Avengers“ herstellt, auf dem Schwarzmarkt verhökert. Da Iron Man nicht hören will, liegt es nun an Spidey, Toomes davon abzuhalten…

Ich muss mir eingestehen, dass ich anfangs so mein Problem hatte, mich wieder auf einen neuen Spider-Man einzulassen, immerhin liegt „The Amazing Spider-Man 2“ erst drei Jahre zurück und nun möchte man uns abermals eine Geschichte erzählen, die wir mittlerweile alle nur zu gut kennen. Dann wäre da noch die Sache mit Tony Stark alias Iron Man, bei dem ich davon ausgegangen bin, dass dieser möglicherweise zu sehr in den Vordergrund gerückt wird, immerhin stehen sowohl er als auch Happy Hogan dem jungen Peter Parker als Mentoren zur Seite. Meine Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht bestätigt, denn man schlägt diesmal einen etwas anderen Weg ein bzw. lässt die alte Geschichte mit dem Spinnenbiss & Co. außen vor, alleine „sexy“ Tante May (Marisa Tomei) ist nun gefühlte 35 Jahre jünger. Obwohl Tom Holland mittlerweile 21 Jahre alt ist, geht er selbst als 15-jähriger Teenager durch, sieht man ihm sein Alter doch schließlich beim besten Willen nicht an. An dessen Seite gesellt sich sein Freund Ned (Jacob Batalon), der für so manch lustige Momente sorgt, aber auch sonst frischen Wind in den Film bringt. Der Filmtitel ist Programm, denn es ist tatsächlich so etwas wie die Heimkehr (hier ist wohl auch das MCU damit gemeint), liegt der Fokus doch in erster Linie bei Peter und seinen alltäglichen Problemen rund um das Teenagerdasein, sei es die Schule, aber auch die erste Liebe. Er könnte soviel mehr sein und versucht auch alles daran zu setzen, es anderen und sich selbst zu beweißen, nur scheint es keiner zu wollen, geschweige denn seine guten Taten zu sehen.

Bis jetzt hat sich unsere Lieblingsspinne in vorherigen Filmreihen mit Bösewichten wie dem Kobold, Doc Oc, Electro, Rhino und dem Sandman herumgeärgert. So war es nun an der Zeit, den etwas anderen, toll inszenierten und optisch beeindruckenden Schurken „Vulture“ auf ihn loszulassen, den Michael Keaton überaus gut rüberbringt. Man merkt dem Charakter aber an, dass es eigentlich nicht der typische Antagonist ist, sondern viel mehr hinter der Fassade steckt (sh. u.a. After-Credit Szene). Viel mehr möchte ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Wie es sich für einen Film aus dem MCU gehört, darf die Action nicht zu kurz kommen, doch hier möchte man erst gar nicht zuweit ausholen und einem zuviel um die Ohren hauen, geschweige mehrere Gegenspieler in den Sack packen. Man belässt es lieber bei kleinen aber feinen, dafür meist ziemlich flotten Actioneinlagen, lediglich das effektlastige Finale fällt hingegen etwas größer aus.

FAZIT: Obwohl ich zu Beginn doch sehr skeptisch war, ob wir einen neuen Spiderman unbedingt brauchen, bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden, auch wenn mir Andrew Garfield ebenso zugesagt hatte. Tom Holland braucht sich hinter diesem oder Tobey Maguire in der Original-Trilogie alles andere als zu verstecken, er ist nur eben anders und genau das tut der Figur sowie auch dem Film gut. Er hat Witz, charmante Figuren, einen coolen und optisch beeindruckenden Bösewicht und macht von vorne bis hinten Spaß. Da freut man sich jetzt schon auf die Fortsetzung, die im Sommer 2019 ins Kino kommt.

Bildnachweis: © SONY Pictures Entertainment 2017

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