The Revenant – Der Rückkehrer (80%) – Kritik

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In welchen Rollen, konnte Schauspieler Leonardo DiCaprio nicht schon alles glänzen, kann man ihn sich aus Hollywood auch überhaupt nicht mehr wegdenken, doch egal wie überragend seine schauspielerische Leistung ausgefallen ist, sei es z.B. in Django Unchained, Wolf of Wall Street oder Shutter Island, hat es bis heute nicht für einen Oscar gereicht.

Nun gibt es jedoch wieder Hoffnung, immerhin hat er vor kurzem einen golden Globe für seine Rolle in „The Revenant – Der Rückkehrer“ erhalten, den er sich mehr als verdient hat.

Doch kann das Western-Abenteuer von Regisseur Alejandro González Iñárritu, auch neben DiCaprio überzeugen?

Der Film spielt um das Jahr 1820 und erzählt die Geschichte einer Truppe, die eine Expedition in die Weiten der amerikanischen Wildnis wagen, unter ihnen der Scout und Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), der in den Wäldern eine unliebsame Begegnung mit einem Bären hat und nur mit etwas Glück diesen Angriff schwerverletzt überlebt. Doch anstatt von seinen Begleitern zurück in die Zivilisation gebracht zu werden, um ihn entsprechend zu behandeln, müssen sie eine Entscheidung fällen, ob er es aufgrund seiner Verletzungen überhaupt schafft. Am Ende ist es der Trapper John Fitzgerald (Tom Hardy) der für sich entscheidet, ihn zurück zu gelassen, wäre das nicht schon schlimm genug, muss Glass mit ansehen, wie sein Sohn umgebracht wird. Für ihn gibt es somit nur noch ein Ziel, sich von seinen Verletzungen zu erholen und Rache zu üben.
DF-02086_700Wer nur ansatzweise etwas für den Trailer bzw. die Geschichte übrig hat, sollte in Erwägung ziehen, dieses Survival-Abenteuer-Drama, basierend auf dem Roman von Michael Punke „Der Totgeglaubte“, im Kino anzuschauen.

Natürlich wird die Handlung sicherlich keine Preise abstauben, dafür ist sie dann doch sehr einfach gestrickt, schaut man hingegen darüber hinweg, wird man feststellen, dass der Film viel mehr zu bieten hat, ist es auch nicht verwunderlich, dass The Revenant für so einige Kategorien nominiert wurde und das zu Recht.

Besonders hervorzuheben ist die spektakuläre Kameraführung des zweifachen Oscarpreisträgers Emmanuel Lubezki, denn was dieser Mann mit der Linse einfängt, muss man einfach gesehen haben, ist es nicht verwunderlich, dass er besagte Trophäe sein Eigen nennen darf. Hinzu kommt, dass nur bei natürlichem Licht gedreht wurde, um ein möglichst authentisches Bild zu erhalten, hat man daher das Gefühl, den Film nicht nur zu sehen sondern förmlich dabei zu sein. Apropo Bilder, sind sie in jedem Moment einfach nur eine Augenweide, hätte die Kulisse nicht besser sein können, in Verbindung mit der Kamerarbeit, den Schnitten, Einstellungen, gibt es in keinster Weise etwas auszusetzen.

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Doch was wäre ein guter Film, ohne die richtigen Schauspieler, hätte es keinen besseren wie DiCaprio geben können, der wie soll es auch anders sein, wieder einmal und diesmal wortwörtlich mit vollem Körpereinsatz zeigt, aus welchem Holz er geschnitzt ist, obwohl es weniger die Dialoge sind, mit denen er zu überzeugen weiß. Allgemein, fällt der Cast überaus gut durchdacht aus, hätten wir noch einen großartigen Tom Hardy, der sich hinter der Leistung von DiCaprio keineswegs zu verstecken brauch, nicht zu vergessen Domhnall Gleeson und Will Poulter.

Obwohl es am Ende nicht sonderlich viel auszusetzen gibt, ist der Film keineswegs perfekt, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt und diese so authentisch und glaubwürdig wie möglich rübergebracht werden soll, ist es mehr als erstaunlich, dass der Trapper Hugh Glass überhaupt im Stande war, diese Strapazen zu überleben, ohne näher ins Detail gehen zu wollen. Wirft man nochmal einen Blick auf die eigentliche, eher dünne Handlung, hätten ein paar Höhepunkte nicht geschadet, gibt es bei einer Laufzeit von über 150 Min. auch ein paar kleine Längen, ist das aber eher jammern auf hohem Niveau.

FAZIT: Der Regisseur hat bis auf ein paar Kleinigkeiten, eine mehr als überragende Leistung abgeliefert, wird es wohl so schnell keinen Film dieser Art geben, der den Zuschauer so mitnimmt, Dank der tollen Kamera, Bilder, Schnitt, Regie und Schauspiel.

Quelle/Filmdaten: http://www.filmstarts.de/

Bildnachweis: © 2000-2016 20th Century Fox

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