Thor 3: Tag der Entscheidung – Kritik

Im Vergleich zum Rest des MCU’s, haben die beiden Donnergott-Verfilmungen eher mittelmäßig an den Kinokassen abgeschnitten. Das könnte unter anderem an der etwas düsteren und ernsteren Auslegung gelegen haben, besonders der zweite Teil mag so gar nicht in das sonst eher bunte Marvel Universum hineinpassen. Grund genug also für die Verantwortlichen, den hammerschwingenden Außerirdischen in eine neue Richtung zu lenken, sicherlich mit einem Auge auf die erfolgreichen und beliebten „Guardians of the Galaxy“ schielend.

Aber geht das für den blonden Schönling mit Hang zum Familiendrama wirklich auf?

Die Bedrohung könnte dabei ernster nicht sein. Hela (Cate Blanchett), die Göttin des Todes, macht ihrem Namen alle Ehre und will Asgard in Schutt und Asche legen, blöd nur für Thor (Chris Hemsworth), dass er bei dem Versuch sie aufzuhalten auf dem weit entfernten Planeten Sakaar landet, der soetwas wie die Mülldeponie des Weltalls darstellt. Der Grandmaster (Jeff Goldblum), Herrscher von Sakaar und uraltes mächtiges Wesen, ist nämlich absolut nicht daran interessiert, den amüsanten Donnergott wieder von seinem Planeten runterzulassen. Somit muss Thor mit der ein oder anderen Hilfe erst wieder von Sakaar entkommen, um Hela entgegenzutreten und Ragnarok zu verhindern.

Mit Taika Waititi (5 Zimmer Küche Sarg), der übrigens auch eine kleine Nebenrolle im Film spielt, hat man sich diesmal einen für die Thor-Reihe eher untypischen Regisseur an Bord geholt. Mit einem klaren Ziel – Thor ein neues Image zu verpassen. Und genau das gelingt ihm großartig, was auch einfach daran liegt, dass die Figur eines außerirdischen Gotts des Donners mit einem Hammer, den bis auf wenige Ausnahmen nur er heben kann und an dem er durch die Lüfte fliegt, schon eine gewisse Absurdität voraussetzt. Da versteckt sich eine Menge Potenzial und dieses hat der Regisseur perfekt genutzt. Um den selbstverliebten und manchmal etwas tollpatschigen Thor hat Eric Pearson noch mehr absurde Figuren herumgeschrieben, die alle auf ihre eigene Art und Weise völlig irrwitzig sind. Chris Hemsworth, wie auch der restliche Cast beweisen ein wahnsinnig großes komödiantisches Talent, aber absolut hervorstechend sind vor allem Jeff Goldblum und Neuzugang Tessa Thompson als Valkyrie, die einige vielleicht schon aus Creed oder der Westworld-Serie kennen.

So toll der Humor auch ist und so kurzweilig er den Film auch macht, eines bleibt dadurch extrem auf der Stecke – das Drama. Denn egal wie bedrohlich und mächtig Hela auch ist, durch die permanente gute Laune im Film vergessen wir immer wieder, dass es hier um unzählige Menschenleben geht und Thor eigentlich auch in einer tiefen familiären Krise steckt. Hinzu kommt, dass Hela auch einfach plötzlich aufploppt (das trifft sogar fast genau so zu) und kaum eingeführt wird. Wir werden kurz mit ein paar Infos angehaucht und dann geht’s auch schon voll los. Das ist sehr schade, da die Figur, so wie sie geschrieben wurde, eigentlich viel mehr hergeben könnte. Aber so wird auch sie sich, so charismatisch sie auch ist, in die scheinbar endlose Reihe der eindimensionalen Marvelantagonisten einfügen und schnell wieder in Vergessenheit geraten.

FAZIT: Insgesamt kann man sagen, dass Thor 3: Tag der Entscheidung für viele Fans wohl zu den lustigsten aller Marvelfilme gehören wird, wenn man auch sagen muss, dass ein Großteil des Humors bei der Synchronisation wohl verloren gehen dürfte. Daher die Empfehlung, sich den Streifen auf jeden Fall im O-Ton anzusehen. Dramaturgisch gesehen gehört Thor 3 allerdings zu den schwächsten Filmen des Marvel Cinematic Universes. Wer das allerdings verkraften kann, wird 2 Stunden irre Spaß im Kino haben!

Thor 3: Tag der Entscheidung startet hierzulande am 31.10.2017 in den Kinos.

verfasst v. Philipp B.

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