Jun 26 2017

Transformers: The Last Knight – Kritik

Wenn es ein Franchise gibt, bei dem es in erster Linie um viel Action, schnelle schnitte, heiße Mädels und geile Autos geht, könnte man glatt an die F&F-Reihe denken, doch auch bei den Transformers geht es ähnlich zu, der seit 2007 von Regisseur Michael Bay alle paar Jahre fortgeführt wird. Eigentlich wollte Bay nach dem 3.Teil das Handtuch werfen, kam es am Ende wie wir alle wissen ganz anders und auch Transformers – Ära des Untergangs aus dem Jahr 2014 trägt seine Handschrift. Jetzt ist mit „Transformers 5 – The Last Knight“ der nächste Action-Sci-Fi Kracher in den Kinos angelaufen und wie soll es anders sein, ebenfalls unter der Regie von Michael Bay, für den es nach diesem Teil endgültig heißt, Abschied zu nehmen und das Ruder jemand anderem zu überlassen. Ehrlich gesagt glaube ich das erst, wenn die Wahl des neuen Regisseurs getroffen wurde und viel Zeit bleibt nicht, soll der 6.Teil bereits im Sommer 2019 an den Start gehen, heißt es aber schon im kommenden Jahr für den Autobot Bumblebee, sein erstes eigenes Abenteuer zu bestreiten.

Doch zurück zu Transformers 5, bei dem es wieder einmal darum geht, auf unserem blauen Planeten ein mächtiges und bedeutendes Artefakt zu finden, um den zerstörten Planeten Cybertron wieder aufzubauen, weshalb sich Optimus Prime in den Weiten des Alls aufgemacht hat, seine Schöpfer zu suchen. Wie schon aus dem 4.Teil bekannt, spielt erneut Cade Yaeger (Mark Wahlberg) mit, nimmt er diesmal eine etwas zentralere und wichtigere Rolle ein, als es noch im Vorgänger der Fall war, lebt er mit den übrig gebliebenen Autobots auf einem abgelegenen Schrottplatz. Als dann aber plötzlich wieder vermehrt Transformers auf der Erde auftauchen und merkwürdige Gebilde überall auf dem Planeten erscheinen, wird ganz schnell klar, dass das nächste Übel nicht lange auf sich warten lässt, nichts ahnend, dass unser Planet wohl mehr zu sein scheint als gedacht…

Wer die bisherigen Teile kennt wird überrascht sein, mit welchem Einstieg man in diesen Film startet, beginnt er nämlich im Zeitalter von King Arthur und dem Zauberer Merlin, über den ich an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren möchte, aber mit einem solchen Charakter wie er dargestellt wird, hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Wer hier genau hinschaut, wird einen alten Bekannten wiedererkennen. Auch wird wieder sehr deutlich, wie lange die Transformers eigentlich schon auf der Erde verweilen und anscheinend doch kein allzu großes Geheimnis darstellen als angenommen. Worauf sich der Zuschauer wieder einstellen darf ist, viel Sitzfleisch mitzubringen, denn auch der 5.Teil ist mit einer Laufzeit von 2 1/2 Std. nicht gerade kurz ausgefallen, hätten ihm 30 Minuten weniger alles andere als geschadet, denn die erste Stunde hätte man in gefühlt der hälfte der Zeit erzählen können.

Man glaubt es kaum, hat man aber auch ein bisschen dazugelernt, wirkt sich der Film auf der einen Seite weniger Actionlastig an, auch wenn es in der letzten Stunde wieder mächtig zur Sache geht, gibt es diesmal mehr kleinere Actionszenen, bei denen man endlich mal den Überblick behält und die einzelnen Schnitte bedachter ausfallen. Dafür fällt man an andere Stelle in die üblichen bekannten Muster zurück, wäre das zum einen der abermals ziemlich platte Humor und leider wieder einmal die typischen, nervigen und mehr als überflüssigen Haupt-/Nebenfiguren, tragen diese so rein gar nichts zum Film bei, verschwinden plötzlich von der Bildfläche um im großen Finale nochmal zu zeigen, dass es sie noch gibt. Auch hat man es sich nicht nehmen lassen, ein paar alte Bekannte unterzubringen, wäre hier z.B. Agent Simmons zu erwähnen, den ich in Teil 1 und 2 noch ganz unterhaltsam fand, ging er mir aber diesmal gehörig auf den Zeiger, wollten die lustigen und lockeren Sprüche so gar nicht mehr ziehen.

Worüber ich mehr als erstaunt war, dass ein Schauspieler wie Anthony Hopkins sich für dieses Franchise zur Verfügung gestellt hat, muss aber gleich dazu sagen, dass er mit seiner leicht verpeilten, durchgeknallten Art als Sir Edmund Burton, etwas frischen Wind in den Film gebracht hat, ebenso sein treuer Robo-Butler Cogman, konnte ich mir hier den ein oder anderen Grinser nicht verkneifen. Das ein paar neue Transformer nicht fehlen dürfen versteht sich von selbst, darf man sich z.B. auf den Auftritt von Hot Rod freuen, der sogar ein paar coole Momente hat, im allgemeinen betrachtet, gibt es weder auf Seiten der Autobots noch der Decepticons große WOW-Momente. Lediglich der Kampf zwischen Bumblebee und Optimus (Nemesis Prime) war ziemlich spannend, wenn da nicht ein ganz entscheidender Augenblick diesen Schlagabtausch zunichte gemacht hätte. Man merkt einfach, dass genug Potential da ist, nur wurde es einfach nicht ausgeschöpft (ein bisschen mehr Mut wäre wünschenswert), was ich sehr schade finde und so fällt auch das in die Länge gezogene Finale am Ende sehr dürftig aus, ist es wieder einmal Optimus der ohne mit der Wimper zu zucken mit Leichtigkeit die Decepticons zur Strecke bringt.

Warum man bei den Filmen auf Seiten der Guten/Bösen nicht etwas mutiger ist, muss man nicht verstehen, denn gerade das würde der Reihe sicherlich ganz gut tun. Wollen wir hoffen, dass der 6.Teil von jemand anderem inszeniert wird. Eine kleine Veränderung wäre bestimmt nicht das schlechteste, wie schon erwähnt ist schließlich noch genug Potential vorhanden.

FAZIT: JA auch ein „Transformers: The Last Knight“ macht mit der richtigen Einstellung immer noch Spaß, erst recht auf der großen Leinwand und besonders in 3D, dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass der Reihe so langsam die Puste ausgeht, denn unterm Strich bieten die Filme nichts neues und genau das würde dem Franchise ganz gut tun. Von daher wäre ein Regiewechsel der erste Anfang, gefolgt von mehr Einfallsreichtum und Mut gibt es nämlich Potential, nur sollte man es auch nutzen.

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: http://www.image.net

Schreibe einen Kommentar