Warcraft: The Beginning (70%) – Kritik

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Was hat die Warcraft-Fangemeinde weltweit, auf diesen einen Tag hingefiebert, startet jetzt „Warcraft: The Beginning“ von Regisseur Duncan Jones in den Kinos. Der Weg war bis dahin alles andere als einfach, alleine die ersten Pläne für eine Spieleverfilmung, liegen ganze 10 Jahre zurück. Schon die Suche nach einem geeigneten Regisseur, war eine Herausforderung, sollte bis vor einigen Jahren sogar Sam Raimi im Gespräch gewesen sein, aber auch beim Drehbuch, gab es so einige Änderungen, bis alles im Kasten war. Obwohl die eigentlichen Dreharbeiten, gerade mal gut 4 Monate angedauert haben, wurde umso mehr Zeit in die Nachproduktion gesteckt, fiel diese mit über 20 Monaten, doch sehr lange aus.

Selbst wer keinen großen Bezug zum Franchise hat, dem sollte zumindest der Name ein Begriff sein, steht Warcraft u.a. für Spiele, Sammelkarten, Romane und Comics, zählt alleine das MMORPG-Spiel „World of Warcraft“ aus dem Jahr 2004, Millionen von aktiven Fans. Daher ist ein solches Mammutprojekt, vorallem wenn es sich hierbei gleich mal um eine Spieleverfilmung handelt und diesen Namen trägt, eine umso größere Herausforderung. Es lastet auch ein gewaltiger Druck auf dem gesamten Team, immerhin möchte man das bestmögliche Ergebnis erzielen, kommt hinzu, dass die Erwartungen der Fans sehr hoch sind.
8J07_BV0170_COMP_143913R_0000_HRMit Duncan Jones, wurde auf jeden Fall auf das richtige Pferd gesetzt, denn dieser bezeichnet sich selbst als eingeleischter Gamer, umso aufregender war es auch für ihn, einen solchen Film zu inszenieren, sollen zum einen die Warcraft-Fans, als auch die des Genres zufriedengestellt werden.

Das klingt doch schon einmal alles sehr vielversprechend, sieht es ganz danach aus, als sei Warcraft: The Beginning, die erste richtig gute Spieleverfilmung.

Oder ist es am Ende doch nur eine mittelmäßige Umsetzung geworden?

Hier muss aber eines vorab ganz deutlich gesagt werden, kommt es sehr darauf an, welche Zielgruppe man ist, hätten wir hier zum einen die reinen Fantasy-Fans, die z.B. nach der Hobbit-Trilogie einfach wieder in genau eine solche Welt eintauchen möchten. Auf der anderen Seite sind es widerrum, wie soll es anders sein, die eingefleischten Warcraft/WoW-Spieler, die sich im Film sofort wie zu Hause fühlen und alles sehr vertraut ist, wird die Verfilmung daher von jedem anders aufgenommen.
8J07_WF0170_COMP_143639R_G_SRGB_000000_HRIch für meinen Teil, bin mit dem Franchise alles andere als vertraut, weshalb ich den Film daher in erster Linie als Fantasyfilm ansehe und so fällt auch dementsprechend die Kritik dazu aus.

Die Orks müssen sich, nachdem deren Welt im Sterben liegt, nach einer neuen Heimat umschauen, ist es der machthungrige und düstere Schaman Gul´dan (Daniel Wu), der ein Portal in die Menschenwelt öffnet, besser gesagt nach Azeroth, um sich dort niederzulassen, gibt es unter den Orks den Häuptling Durotan (Toby Kebbell), der dieses Vorhaben alles andere als unterstützt. Doch um sich gegen den mächtigen Schamanen zu stellen, bedarf es der Unterstützung der Menschen, ist sein Frostwolf-Clan dafür nicht stark genug, stößt Durotan auch schnell auf den treuen Ritter des Königs Llane Wrynn (Dominic Cooper), Anduin Lothar (Travis Fimmel). Wird es zu einem Bündnis kommen, um Gul´dan vor seinem Vorhaben abzubringen, oder werden sie kläglich scheitern? Mehr muss man zur Handlung eigentlich gar nicht wissen und Kenner des Franchise, können sich den Rest sicherlich denken.

8J07_FPF_00495RIn der Vergangenheit, war es bisher alles andere als einfach, eine gute Spieleverfilmung auf die Beine zu stellen, scheint sich das Blatt tatsächlich gewendet zu haben, wurde mit dem Regisseur Duncan Jones endlich jemand gefunden, der ein Händchen dafür hat. Er erschuf eine, optisch eindrucksvolle Fantasywelt mit Menschen, Orks, Elfen, Greifen, Zwergen, wie man sie sich als Fan des Genres nur wünschen kann und auch wenn man vielleicht als Laie zu Beginn so seine Probleme mit Figuren und Schauplätzen hat. Mit der Zeit, findet man sich doch ganz gut zurrecht. Wer jedoch schon seit längerem begnadeter WoW/-Warcraft Spieler ist, der fühlt sich sichtlich wohl, bei dem was hier abgeliefert wurde. Sei es Orte wie die Wolkenstadt Dalaran, Sturmwind oder der Eisenschmiede, aber auch die bekannten Rüstungen und teils mächtigen Waffen. Hier wurde, bis auf ein paar Kleinigkeiten mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet, besonders die Orks via neuartigem Motion-Capturing-Verfahren sind eine Augenweide, vorallem weil keiner dem anderen gleicht.

Bei der Vielzahl an Charakteren, fällt es nicht immer leicht, jedem einzelnen genug Screentime zu verpassen, wird der Fokus auf die wichtigsten Figuren wie z.B. Durotan, Gul´dan, Lothar, Garona, Medivh oder Khadgar verlagert. Man hätte sich zwar hier etwas mehr Tiefgang gewünscht, doch für eine mögliche Trilogie, ist der Anfang getan. Auf schauspielerischer Seite, sollte man jedoch keine Glanzleistung erwarten, eine solide Arbeit liefern alle dennoch ab, obwohl einige Dialoge recht flach ausfallen. Man wird das Gefühl nicht los, dass dies gerade auf Seiten der Orks besser funktioniert, ist das allerdings Ansichtssache.
8J07_FB1200_COMP_152505R_0000_HRWie bereits erwähnt, punktet der Film vorallem auf visueller Seite, zählt hierzu auch der Einsatz von Magie, wie es bei den Charakteren Medivh oder Khadgar der Fall ist. Um welche es sich hierbei handelt, dass soll sich jeder im Kino anschauen, Spaß macht es allemal, ebenso wenn es Schlag auf Schlag geht, auch wenn das Kräfteverhältnis zwischen Menschen und Orks nicht größer hätte ausfallen können. Doch gerade in den Schlachten, wird man schnell feststellen, dass diese im Vergleich zu einem Herr der Ringe nicht ganz so pompös und episch ausfallen. Nachdem aber mit etwas Glück eine Fortsetzung vielleicht nicht lange auf sich warten lässt, ist hier noch Luft nach oben.

Bei einer Nachproduktion von über 20 Monaten, wurde neben den visuellen Effekten, die von Industrial Light & Magic stammen, auch am 3D gearbeitet, welches leider nur nachträglich konvertiert wurde, was etwas schade ist, hätte es sich sogar richtig lohnen können, kommt die Tiefenwirkung zum Teil dennoch gut zur Geltung. Lediglich bei den Luftaufnahmen über das Schlachtfeld, wird es ganz schnell unscharf und schwammig, was alles andere als schön anzuschauen ist. Wer sich hingegen auf ein paar Popup-Out Effekte freut, der wird am Ende ebenso enttäuscht werden.

FAZIT: Auch wenn das optisch beeindruckende Fantasyspektakel nicht auf voller Länge überzeugen kann, kommen Fans des Genres als auch der Spiele auf Ihre Kosten, kann man nur hoffen, dass es für weitere Fortsetzungen reicht und diese nicht lange auf sich warten lassen.

In diesen Kategorien hat er besonders gut abgeschnitten:

Visuelle Effekte:5/5
Setting: 4/5
Figuren: 4/5
Kamera: 3.5/5

Quelle/Filmdaten: http://www.imdb.com/

Bildnachweis: © 2016 Universal Pictures International All Rights Reserved

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